Da wo ich jetzt bin, spüre ich wie sehr Ihr mich alle vermisst.
Ich bin im Regenbogenland.

Die Sonne scheint auf mein Fell. Es ist ganz warm.
Die feinen Häärchen glitzern silbern im Sonnenlicht.
Ich rolle mich zusammen. Lege meinen Kopf in meine Pfoten.
Leise beginne ich zu schnurren. Ich habe keine Schmerzen.
Mir geht es gut.
Ich bin im Regenbogenland.

Ich weiß nicht wo genau das ist, aber ich spüre Eure Sehnsucht,
Eure Gedanken. Eure Erinnerungen. Eure Liebe. Euren Schmerz.
Dort, die dunklen Wolken. Weit weg am Horizont.
Das ist all Eure Trauer, geballt in dunkler Kraft.
Im Regenbogenland.

Im Regen seh´ich Eure Tränen, doch ich steh´im Sonnenlicht,
ich seh´den Regenbogen, so bunt und wunderschön.
Im Regenbogenland.

Oft schlaf´ich in der Sonne ein. Dann spüre ich den Fenstersims.
Ich höre Kindergeschrei. Ich höre die Vögel im Baum.
Die Spülmaschine klappert, der Rasenmäher brummt.
Ein Lächeln ist an meinen Mundwinkeln zu sehen.
Ich rieche den Teppich. Futter fällt in meinen Napf.
Kurz aufstehen? Ach, nein, ich lieg´grad so bequem.

So viel habt Ihr mir gegeben. Wärme und Liebe.
Familie und Freunde. Ein Zuhause und Freiheit.
Essen und Trinken. Streicheln und spielen.
Alles hab´ich mitgenommen.
In´s Regenbogenland.

So viel habt Ihr von mir genommen.
Am Ende.
Am Schluß.
Die Schmerzen.
Die Schwäche.
Das Warten.
Auf´s Regenbogenland.

(S. Taylor, Dez. 2007 in Gedenken an Tom und seine Mutter Sahra)